Antrittsrede als Landtagspräsidentin

Sehr geehrter Herr Alterspräsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste!

Wie gesagt: erst einmal herzlichen Dank. Sie haben heute Geschichte geschrieben. Sie haben zum ersten Mal eine Frau in das hohe Amt der Landtagspräsidentin gewählt – eine Frau mit Migrationshintergrund als Repräsentantin dieses Hohen Hauses. Damit haben Sie ein deutliches Zeichen gesetzt, ein Zeichen weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus, ein Zeichen für Weltoffenheit, für Toleranz und für das Gelingen von Integration.

Ich werde mich als Landtagspräsidentin mit aller Kraft und Leidenschaft für den Erhalt unserer Grundwerte und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft einsetzen.

In Vorbereitung auf diesen großen Tag bin ich auf eine Aussage der sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Marie Juchacz gestoßen, die 1919 Folgendes sagte: „Scharfes, kluges Denken, ruhiges Abwägen und warmes menschliches Fühlen gehören zusammen in einer vom ganzen Volke gewählten Körperschaft“. Danach möchte ich handeln.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich sehe eine meiner wichtigsten Aufgaben darin, fraktionsübergreifend zu vermitteln und zu integrieren. Ich wünsche mir von Herzen eine lebendige und faire Debattenkultur, sachliche, durchaus auch kontroverse Diskussionen und Entscheidungsfindungen, die unser Land weiterentwickeln werden und im Übrigen auch das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in unsere parlamentarische Arbeit fördern.

Ich werde sehr genau darauf achten, dass wir hier im Plenum respektvoll und fair miteinander umgehen, damit das Ansehen des Parlaments nicht beschädigt wird. Ich möchte zusammen mit Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, den Bürgerinnen und Bürgern den Wert unserer parlamentarischen Arbeit vermitteln.

Wir werden außerdem zusammen hart dafür arbeiten müssen, dass nicht noch mehr Gesetzgebungskompetenzen verloren gehen. Ich werde mich in diesem Sinn auch für eine verstärkte Zusammenarbeit mit den anderen Landesparlamenten einsetzen.

Ein wesentlicher Baustein des Föderalismus sind die Landesparlamente. Diese haben größere Chancen, wenn sie gemeinsam ihre Interessen in Berlin und in Brüssel vertreten.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, im Landtag sind fast 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Ohne sie wäre der reibungslose Ablauf unserer parlamentarischen Arbeit nicht möglich. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihnen, werde für sie da sein und danke ihnen ganz herzlich für die Unterstützung.

Heute ist ein Neuanfang in vielerlei Hinsicht. Wir haben ganz neue politische Konstellationen, und wir haben ein saniertes und, wie ich finde, sehr schönes und transparentes Landtagsgebäude. Das Gebäude ist durch die Renovierung nach außen luftiger geworden. Ich wünsche mir, dass sich diese Öffnung nach außen auch auf unsere Arbeit überträgt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, herzlichen Dank für das große Vertrauen, das Sie in mich setzen. Es ist mir wirklich eine große Ehre und erfüllt mich mit großer Freude, dass Sie mir diese ehrenvolle Aufgabe übertragen haben. Ganz herzlichen Dank nochmals.

Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit.

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