Sozialverband VdK feiert 70. Jahrestag in Heslach

Mein Grußwort zum 70-jährigen Jubiläum des Sozialverbandes VdK in Stuttgart-Heslach vom 04. Juni 2016.

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Gäste,

wir sind heute hier, um das 70-jährige Jubiläum des Sozialverbandes VdK zu feiern. Herzliche Glückwünsche zu diesem Jahrestag! Die Ortsverbände von Stuttgart-Heslach und Stuttgart-Nord wollten gerne gemeinsam feiern. Beides liegt in meinem Wahlkreis und ich möchte mich ganz herzlich für die Einladung bedanken.

In Stuttgart haben Sie 5.500 Mitglieder im VdK. Da bin ich richtig neidisch. Mein Kreisverband der Grünen hat nur knapp 900 Mitglieder, ist damit sogar der größte Kreisverband des Landes. Was bewegt so viele Menschen, Ihrem Verein die Treue zu halten?

Ursprünglich war es die Aufgabe des VdK (Verband der Kriegsbeschädigten), sich um die Hinterbliebenen und Geschädigten des Zweiten Weltkriegs zu kümmern. Die Anforderungen haben sich geändert und es ist Ihnen in den vergangenen Jahren gelungen, aus dem VdK einen großen modernen Sozialverband zu machen. Der VdK wurde zu einem wichtigen Teil des Sozialstaates, indem er seinen Mitgliedern zu ihrem Recht verhilft und sie in ihren Ansprüchen unterstützt.

Die Ratsuchenden sind Menschen, die diese Hilfe dringend brauchen. Menschen, deren  Rente wegen Erwerbsunfähigkeit abgelehnt worden ist, deren Antrag auf Pflegeleistungen nicht stattgegeben wurde oder die um die Anerkennung ihrer Berufskrankheiten kämpfen. Die Bedeutung dieser Arbeit können wir gar nicht hoch genug einschätzen. Jeder von uns könnte in die Situation kommen, dass er Hilfe braucht. Die VdK-Juristen und -Sozialfachleute beraten und geben die notwendige Unterstützung.

Die Fragen im Sozialbereich sind vielfältig und werden in Zeiten des demografischen Wandels eher größer. Gegen Altersarmut durch sinkende Renten oder schlechte Vorsorge besonders bei Frauen fordert der VdK ein Stopp der Senkung des Rentenniveaus. Die Forderung des VdK, dass nach einer langjährigen Erwerbstätigkeit ein angemessenes, auskömmliches Rentenniveau hergestellt werden soll, ist berechtigt. Jede Frau und jeder Mann soll selbstbestimmt von ihrem bzw. seinem Altersruhegeld den Lebensunterhalt finanzieren können. Dafür müssen die Rentenkassen noch einige Probleme lösen. Die Bevölkerung überaltert immer mehr, es gibt im Verhältnis zu wenige Erwerbstätige, die die Renten erwirtschaften. Leider können wir in Deutschland aus eigener Kraft das Niveau nicht halten. Ohne eine Zuwanderung wird die Zahl der Bevölkerung konstant sinken.

Baden-Württemberg ist ein weltoffenes Land. Mit den vielen Menschen, die bei uns Schutz suchen, haben wir eine Chance, diese Entwicklung aufzuhalten. Deshalb ist es für unsere Gesellschaft so wichtig, dass wir die Integration schaffen und mit gerechten Bildungschancen allen Menschen eine gute Berufskarriere mit einem auskömmlichen Einkommen ermöglichen.

Es ist aber nicht nur die Zahl der Menschen, die über den Wohlstand eines Landes entscheidet. Die Bundesrepublik ist die führende europäische Wirtschaftsnation mit den niedrigsten Arbeitslosenzahlen. Baden-Württemberg und besonders auch die Region Stuttgart gehören zu den innovativsten und wirtschaftlich stärksten Regionen der Welt. Der daraus erwachsende Gewinn muss sich auch in gut bezahlten Arbeitsplätzen spiegeln. In den vergangenen fünf Jahren habe ich im Landtag als finanzpolitische Sprecherin für mehr Steuergerechtigkeit gekämpft. Wir sind hier auf einem guten Weg. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt mehr und Panama soll endgültig nur noch ein Ziel für Janoschs Tigerente und ihre Freunde sein.

Der VdK hat auch noch weitere, wichtige Funktionen. Es wird nicht nur beraten. Andere Menschen treffen, miteinander reden und etwas zusammen erleben ist für die VdK-Mitglieder wichtig. Dafür gibt es viele Stammtische, aber auch Wanderungen und Ausflüge in die Region. In diesem Jahr steht sogar eine mehrtägige Moselreise auf dem Programm, wurde mir berichtet.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre erfolgreiche Arbeit fortführen können. Dass Sie den Menschen auf den Grundlagen des Sozialstaates zu ihrem Recht verhelfen, aber auch weiterhin den gesellschaftlichen und kulturellen Austausch bei vielen interessanten Veranstaltungen fördern können.

Vielen Dank.

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Muhterem Aras und Jürgen Krämer, Vorsitzender des VdK Stuttgart-Heslach (Foto: Günter E. Bergmann)

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