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Parklets für Stuttgart

Was hat es eigentlich mit diesen Parklets auf sich, über die Stuttgart im Moment spricht? Muhterem Aras hat sich am 22. Juli 2016 mit einigen Interessierten auf Erkundungstour durch ihren Wahlkreis begeben und mit einer der Initiatorinnen gesprochen.

„Ganz ursprünglich kommt das Konzept wohl aus San Francisco, wir haben die Idee aus São Paulo mit nach Stuttgart gebracht“, erzählt Kristin. Sie gehört zum Team der Universität Stuttgart, die das Projekt als sogenanntes „Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur“ in der Landeshauptstadt umsetzt. Die einzelnen Parklets wurden durch Studierende entwickelt und umgesetzt. An den elf Standorten gibt es jeweils einen Paten (oftmals ein Geschäft oder eine Institution), der das Projekt freiwillig unterstützt und dafür sorgt, dass „sein“ Parklet gut in Schuss bleibt.

Manchmal ganz offensichtlich, manchmal ganz unscheinbar, stehen die Parklets in den Innenstadtbezirken. Dabei ist jedes Parklet ganz individuell an seinen Standort angepasst. Während das Parklet in der Gutenbergstraße Platz für Urban Gardening und Fahrrad-Abstellmöglichkeiten bietet, haben die Studierenden drauf geachtet, dass das Parklet „Lange Straße“ mit seinen klappbaren Elementen im Laufe des Tages flexibel nutzbar bleibt. Das Parklet in der Gutbrodstraße bietet Platz zum Liegen, es ist offen und weitläufig – sogar über eine Einfahrt hinweg – gestaltet. In der Hasenbergstraße sitzt man hingegen geschützt, fast versteckt wie in einer Box und kann so eine Weile dem Alltag draußen entfliehen.

„Die Rückmeldungen der Anwohner sind ganz unterschiedlich. Viele halten das Projekt für eine gute Idee und freuen sich, auf einem der Parklets mit ihren Nachbarn und den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Andere sehen es kritisch, weil es sowieso schon zu wenig Platz für die Autos gäbe“, erzählt Kristin.

Die Parklets dienen als Treffpunkt, Spielplatz und Sitzgelegenheit. Sie bleiben bis zum 16. September 2016 (Parking Day Stuttgart) stehen und sind frei zugänglich. In dieser Zeit sammeln die Studierenden quantitative und qualitative Ergebnisse und Erfahrungen. Erklärtes Ziel des Realexperimentes ist es, die Autos ganz bewusst eine Weile zu verdrängen und den Straßenraum so wieder als Stadtraum zu begreifen.  Weiter Informationen finden sich auf der Homepage „Parklets für Stuttgart„.

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„Parksalat“ in der Gutenbergstraße 77 im Stuttgarter Westen

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