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Veranstaltung: Gerecht geht anders

Am 6. Oktober ging es im Kulturzentrum Merlin um das Thema Gerechtigkeit in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Muhterem Aras moderierte den Abend. Die beiden Diskutanten Uwe Hück, (Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Porsche AG) und Cem Özdemir (Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen) erzählten von ihren eigenen Erfahrungen und sprachen über notwendige Maßnahmen in der Zukunft. Über 100 interessierte ZuhörerInnen waren gekommen.

Wie definieren wir Gerechtigkeit?

Nahezu jeder Mensch hat ein Grundbedürfnis nach Gerechtigkeit, und doch versteht jeder etwas anderes unter dem abstrakten Begriff. Cem Özdemir MdB und Muhterem Aras MdL haben sich als Grüne einer ökologisch und sozial gerechten Politik verschrieben. Doch wie definiert Bündnis 90/Die Grünen eigentlich Gerechtigkeit? Gerechtigkeit bedeutet für die Partei, dass alle Menschen dazu gehören und gleiche Rechte haben, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft, ihrem Besitz oder ihren Fähigkeiten. Gerechtigkeit verlangt eine gerechte Verteilung der Güter, so dass alle an der Gesellschaft teilhaben können. Mit Gerechtigkeit verbinden wir das Ziel, dass Menschen nicht nur in Deutschland, sondern in aller Welt eine Chance auf eine lebenswerte Gegenwart und Zukunft haben. Gerechtigkeit bedeutet für uns auch, künftigen Generationen eine intakte und lebenswerte Welt zu übergeben.

Warum müssen wir über Gerechtigkeit sprechen?

Die Relevanz des Themas begründete Muhterem Aras vor allem mit der großen Zukunftsaufgabe, unsere Gesellschaft zusammenzuhalten. Soziale Ungerechtigkeit und der Mangel an Teilhabechancen gefährdeten diesen Zusammenhalt. Obwohl die soziale Ungleichheit den Zahlen nach in den letzten Jahren kaum zugenommen hat, kommen Unmut und Zorn über die angeblich ungerechten Verhältnisse an die Oberfläche und entladen sich oftmals an der Flüchtlingsfrage. Breite Schichten der Bevölkerung – auch im allgemein als „reich“ geltenden Baden-Württemberg – sind verunsichert und fürchten, ihren Lebensstandard nicht halten zu können. Das muss die Politik ernst nehmen.

Wie wird unsere Gesellschaft gerechter?

Aras, Özdemir und Hück stehen mit ihren Biografien für einen gelungenen sozialen Aufstieg. Wie gelingt es, dass das so genannte Aufstiegsversprechen auch in Zukunft noch Gültigkeit hat – sowohl für unsere Kinder als auch für die hierher Geflüchteten? Schnell war man sich auf dem Podium einig, dass es nur über das Bildungssystem gelingen kann.

In der vergangenen Legislaturperiode sind unter Grün-Rot die Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg erfolgreich gestartet, die Ganztagsbetreuung in Grundschulen wurde gesetzlich verankert, die Kita-Plätze wurden qualitativ und quantitativ ausgebaut und auch die Studiengebühren abgeschafft – das seien bereits viele richtige Schritte, um Bildungsgerechtigkeit zu erlangen, dennoch gibt auch noch einiges zu tun. Zum einen sind also weitere Investitionen entscheidend, hinzu kommen jedoch der verantwortungsvolle Umgang mit diesen Investitionen und die konsequente Unterstützung der Eltern, der Schulsozialarbeit und der LehrerInnen, die den Werdegang der Kinder maßgeblich prägen.

Ein Video der gesamten Veranstaltung kann man sich über Facebook ansehen.

 

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