Fördermittel für Gedenkstätten aufgestockt

Die Landtagsfraktionen haben sich darauf verständigt, mehr Geld für die Arbeit der landesweit 70 Gedenkstätten auszugeben. Darauf einigten sich die Fraktionen von Grüne, CDU, SPD und FDP am Mittwoch, den 22.11.2017 bei den Beratungen im Finanzausschuss.

 
„Es freut mich außerordentlich, dass wir eine höhere Förderung vereinbaren konnten“, sagte die Stuttgarter Landtagsabgeordnete Muhterem Aras (Bündnis 90/Die Grünen). „Damit stellen wir Grüne unsere Verantwortung für Vergangenheit und Zukunft unter Beweis und unterstützen die vorbildliche und oftmals ehrenamtliche Arbeit der Helferinnen und Helfer.“ Der Etat für Gedenkstätten-Projekte steigt in den nächsten beiden Haushaltsjahren 2018 (1,03 Millionen Euro) und 2019 (941.000 Euro) im Vergleich zum laufenden Jahr (2017: 832.000 Euro) um insgesamt 308.000 Euro.
Allein im Wahlkreis Stuttgart I gibt es vier verschiedene Gedenkstätten, die von den erhöhten Fördermitteln profitieren werden. Zum einen das Gedenkbuch des Landtags von Baden-Württemberg, das an neunzehn ermordete oder aufgrund der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu Tode gekommene Abgeordnete des Badischen und des Württembergischen Landtags erinnert. Außerdem das Zeichen der Erinnerung, das den jüdischen Bürgerinnen und Bürgern sowie Sinti und Roma aus Württemberg und Hohenzollern gedenkt, die in den Jahren 1941 bis 1944 von diesem Ort deportiert wurden. Zudem gibt es die Stauffenberg-Erinnerungsstätte im Archivbau des Alten Schlosses zur Erinnerung an die beiden Brüder Berthold und Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Und schließlich das Theodor-Heuss-Haus, in dem eine ständige Ausstellung im früheren Stuttgarter Wohnhaus des ersten Bundespräsidenten an dessen Leben und Wirken erinnert.
Manfred Kern MdL, zuständig für Gedenkstätten in der Grünen Landtagsfraktion, sagte: „In diesen politisch unruhigen Zeiten sind Gedenkstätten wichtiger denn je. Sie erinnern uns daran, unsere freiheitlich-demokratischen Grundwerte nicht für selbstverständlich zu halten. Sie mahnen uns, sie gegen Extreme mit aller Kraft zu verteidigen“. Heute sei mehr politische Bildung nötig, um das Demokratieverständnis wieder zu stärken.

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