v.l.n.r.: Bischof July, Muhterem Aras, Moderatorin Kara Ballarin/ Schwäbische Zeitung, Bischof Fürst; (Bildnachweis: G. Ziener)

v.l.n.r.: Bischof July, Muhterem Aras, Moderatorin Kara Ballarin/ Schwäbische Zeitung, Bischof Fürst; (Bildnachweis: G. Ziener)

Bildungsforum in Biberach

Am Mittwoch, den 07.02.2018 fand das 4. Bildungsforum Oberschwaben in Biberach statt, an dem ich teilnehmen durfte.

Mit den Bischöfen Gebhard Fürst und Frank July habe ich beim Bildungsforum in Biberach über „Religion im öffentlichen Raum“ debattiert. Wir waren uns darin einig, dass Deutschland mit dem Prinzip einer „fördernden Neutralität“ des Staates gut fährt. Es äußert sich in der Vorgabe des Grundgesetzes in Artikel 4, Religionsausübung zu garantieren, ohne eine Religion zu bevorzugen. Dazu gehört für mich auch Bildung über Religion. Ich habe in der Diskussion zwei Schlüsse gezogen:

  1. Ich hoffe auf eine Ausweitung des Ethik-Unterrichts. Bisher gibt es diesen ab Klasse 8, dies wird bis 2020 ausgeweitet auf Ethik ab Klasse 5. Das Fach vermittelt allgemein Werte und Wissen über Religion. Die Beschäftigung mit Werten halte ich für alle Kinder für wichtig – meine Kinder habe ich daher in den (evangelischen) Religionsunterricht geschickt, bevor sie in Ethik wechseln konnten.
  2. Das Angebot des klassischen Religionsunterricht sollten wir gleichzeitig erhalten – und erweitern auf Islamunterricht für muslimische Schüler*innen. Islamischer Religionsunterricht existiert bisher an 93 Schulen im Land. Die Ergebnisse sind positiv. Die Evaluierung zeigt, dass die Identifikation der Kinder mit ihrer Schule steigt, wenn „ihr“ Reli-Unterricht ein genauso normaler Teil des Schulalltags ist wie bei ihren Mitschüler*innen.

Außerdem: Unser Staat muss in religiösen Fragen Neutralität garantieren. Daraus folgt für mich: Wir sollten Islamunterricht nicht länger vor allem Abgesandten des türkischen Staats in Moscheegemeinden überlassen. Das halte ich für kontraproduktiv. Unterricht in deutscher Sprache, erteilt von in Deutschland ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern ist aus meiner Sicht die wesentlich bessere Lösung.

 

 

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