Zu Besuch bei Familie Khalil

Zu Besuch bei Familie Khalil

Ein Stadtteil im Wandel: Spaziergang durch Kaltental

Kaltental ist lebendig – das hat der sonnige Samstagnachmittag im Stuttgarter Süden mal wieder gezeigt. Rund 50 Kaltentalerinnen und Kaltentaler sind mit mir durch ihren Stadtteil spaziert. Zusammen mit engagierten Bürger*innen und dem Bezirksvorsteher Raiko Grieb sind wir dabei ins Gespräch über die Zukunft des Stadtteils gekommen.

Das Sanierungsgebiet Kaltental liegt mir seit meinem ersten Wahlkampf sehr am Herzen und ich habe gerne dem Wirtschaftsministerium meine Unterstützung für das große Sanierungsvorhaben signalisiert. Auch dank des Engagements der Zukunftswerkstatt Kaltental und der Bürgerinitiative gelang es, den oft als „vergessen“ bezeichneten Stuttgarter Stadtteil mit dörflichem Charakter ins Landessanierungsprogramm aufzunehmen.  Im Laufe der nächsten fünfzehn Jahre kann dadurch ein echter Ortskern entlang der Böblinger Straße entstehen, die jetzt noch durch die Bahngleise der U1 getrennt ist. Ziel ist es vor allem, lebendige Nachbarschaften zu schaffen. Das bedeutet: mehr öffentliche Plätze, bezahlbarer Wohnraum,  eine gute Nahversorgung und eine bessere Taktung bei Bussen und Bahnen.

„Khalil“ – ein Lebensmittelladen als Treffpunkt

Für eine lebendige Nachbarschaft sorgen seit 31 Jahren Abbas Khalil und seine Familie, die einen kleinen Lebensmittelmarkt auf dem sogenannten „katholischen Berg“ betreiben. Bei einem herzlichen Empfang  mit kühlen Getränken und leckeren Brezeln hat er uns von den Freuden, aber auch Problemen seines Ladens berichtet. Herr Khalil passt seine Lebensmittel-Auswahl regelmäßig den Wünschen seiner Kundinnen und Kunden an. Und die kennt er zu 98 Prozent persönlich, wie er stolz erzählte. Sein Laden ist der Treffpunkt für die ganze Nachbarschaft. Damit inhabergeführte Geschäfte wie der von Herrn Khalil erhalten bleiben, müssen wir uns auch selbst fragen, ob es immer der Discounter sein muss oder ob das Sortiment des Geschäfts nebenan für den Wochenendeinkauf nicht völlig ausreichend ist? Der persönliche Kontakt zu den Kund*innen jedenfalls ist unbezahlbar.

Weiter ging es mit Klaus-Dieter Glaser, dem Leiter der Begegnungsstätte,  über die Fußgängerbrücke in die Kaltentaler Thomaskirche. In den Räumen der evangelischen Kirche finden regelmäßige Seniorentreffs, aber auch Sprachkurse oder Gedächtnistrainings statt. Solche Angebote werden immer wichtiger, denn sie wirken gegen Vereinsamung und integrieren ältere Menschen aktiv in die Ortsgemeinschaft. Auch Herr Glaser meinte: „Wenn Sie zu Hause nur noch Fernsehen schauen, denken Sie irgendwann, die Welt ist schrecklich. Aber die Realität passiert hier draußen und die sieht anders aus. Sie ist viel schöner und lebendiger.“

Baugemeinschaft als Erfolgsmodell

Was alles gelingen kann, wenn man sich zusammentut, zeigten uns im Anschluss Mark Breitenbücher und Frank Hettler, die zusammen einen Altbau mit ehemaligem Getränkemarkt saniert haben. In dem umgebauten Haus wohnen jetzt vier Familien mit Kindern. Kennengelernt hat sich ein Teil der Familien über das Portal der Stadt Stuttgart, das Interessierte zusammenbringt, die sich ein Projekt mit einer Baugemeinschaft vorstellen können. Herausgekommen ist ein Haus, das fast keine Emissionen freisetzt, auch weil es über eine Wärmepumpe verfügt. Durch viele kleine Maßnahmen, wie dem gemeinsam genutzten Gefrierschrank, wird Energie gespart. Am Abend treffen sich im Sommer alle großen und kleinen Hausbewohner*innen im Gemeinschaftsgarten – genauso wie beim Abschluss unserer Tour. Herzlichen Dank an alle Beteiligten und besonderen Dank den Häuslebauern für die köstliche Bewirtung mit Zwiebelkuchen, Pizza und Apfelsaft. Dieser Nachmittag hat gezeigt: Engagement bringt die Nachbarschaft zusammen und sorgt für ein lebendiges Miteinander!

Zum Bericht der Filder-Zeitung geht’s hier.

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