„Unser Westen im Blickpunkt“: Spaziergang durch den Stuttgarter Westen

Der Stuttgarter Westen ist der größte der Stuttgarter Innenstadtbezirke und hat rund 51.000 Einwohner*innen. Es ist eines der am dichtesten besiedelten Wohngebiete in ganz Deutschland. Im Westen gibt es zahlreiche spannende Bauprojekte, Einrichtungen und Plätze, die unseren Stadtteil interessant, lebendig und lebenswert machen. Rund 50 Mitbürgerinnen und Mitbürger sind mit mir durch den Stadtteil spaziert. Dabei sind wir über die Veränderungen und Herausforderungen des Stadtteils ins Gespräch gekommen.

Der Westen ist stets im Wandel, weshalb wir auf dem Spaziergang verschiedene Stationen besucht haben, die aktuell oder in naher Zukunft eine Veränderung erfahren. An den Stationen konnten wir uns über Beiträge von Experten und Gemeinderatskandidatinnen der Grünen aus dem Stuttgarter Westen freuen.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es am Bürgerzentrum West los. Die erste Station war dann nach kurzem Weg der Bismarckplatz. Seit 2013 ist das Gebiet als Sanierungsgebiet ausgewiesen und nach einem umfangreichen Bürgerbeteiligungsverfahren soll der Bismarckplatz zum neuen „Wohnzimmer für den Westen“ werden. Dort gab uns Bernhard Mellert einen Überblick über den aktuellen Stand der Entwicklungen. Das gesamte Projekt soll etwa 4,5 Millionen Euro kosten, wobei 2 Millionen Euro von Bund und Land finanziert werden. Im Frühjahr 2021 soll der Spatenstich für den Umbau stattfinden.

Anschließend ging es weiter zum Olga-Areal. Dort wurde nach dem Umzug des Olgahospitals das Krankenhausgebäude abgerissen und es entsteht nun ein neues urbanes Wohnquartier. Die Grundsteinlegung fand 2017 statt und bis Herbst 2019 sollen 224 Wohnungen, davon 116 gefördert, entstehen. Insgesamt 7 Baugemeinschaften sind an dem städtischen Vorzeigeprojekt beteiligt. Über den Baufortschritt und die Entstehungsgeschichte berichteten Rüdiger Ahrendt, der Sprecher der Bürgerinitiative „Projektgruppe Olgäle 2012“ und Wolfgang Döking von der Baugemeinschaft „StaTTHaus“. Ein tolles und spannendes Bauprojekt, das sicher ein Vorbild für weitere Bauvorhaben in Stuttgart sein muss.

Leider zog nach diesem zweiten Stopp ein Gewitter auf, weshalb sich unsere Gruppe schnell auf den Weg zu unserem nächsten Stopp, dem Diakonieklinikum Stuttgart machte, um dort Schutz vor dem starken Regen zu suchen. Im Foyer des Klinikums wurden wir von Geschäftsführer Bernd Rühle empfangen, der uns über die Arbeit des Klinikums und den Um- und Neubau der vergangenen Jahre informierte. Das Klinikum hat in den letzten Jahren eines der größten Krankenhausneubauprojekte in Baden-Württemberg durchgeführt und dieses wird noch bis etwa 2022 fortgeführt. Im Diakonieklinikum Stuttgart arbeiten 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und jedes Jahr werden über 20.000 Patienten stationär und etwa 70.000 Patienten ambulant in acht Fachabteilungen versorgt. Eine echt starke Leistung!

Nachdem es anschließend immer noch regnete, wurde kurzerhand beschlossen, die weiteren Stationen, die im Freien stattfinden sollten, ebenfalls am Klinikum zu besprechen. Deshalb führte zunächst Benjamin Boy einiges zum Diakonissenplatz aus. Dort wird die Jugendverkehrsschule im Herbst 2020 zum Westbahnhof umziehen, weshalb der Platz für die Öffentlichkeit wieder zugänglich wird. Nach einem umfangreichen Beteiligungsverfahren liegt dafür nun ein Entwurf vor und wir dürfen gespannt sein, wie die Planungen weiter verlaufen.

Anschließend gab Sabine Wassmer einen Einblick in die Johannesstraße. Dieser älteste Prachtboulevard Stuttgarts ist von der Johanneskirche bis zum Arbeitsgericht von Bäumen gesäumt. Auch hier soll in der Zukunft Stück für Stück ein Umbau stattfinden.

Und schließlich informierte Marina Silverii über die Entwicklungen am Feuersee, wo 2016 neue Sitzgelegenheiten am Südufer angebracht wurden. Auch die anderen Ufer sollen im Laufe der nächsten Jahre renoviert und umgestaltet werden. Der Feuersee ist eine schöne Oase der Stille und der Erholung im Westen.

Nach diesen geballten Informationen machte sich unsere Gruppe durch den Regen auf den Weg zum Künstlerhaus Stuttgart und passierte dabei im Vorbeigehen die zuvor besprochenen Stationen.

Im Künstlerhaus wurden wir von der Geschäftsführerin Romy Range begrüßt. Das Künstlerhaus wurde 1978 von Stuttgarter Künstlerinnen und Künstlern gegründet, befindet sich in einer ehemaligen Kofferfabrik und verfügt über insgesamt vier Stockwerke mit 600 qm Ausstellungsfläche. Frau Range führte uns durch das Haus und zeigte uns die technischen Werkstätten und das Atelierprogramm. Außerdem wird dort aktuell eine Ausstellung des Künstlers Stephen Sutcliff aufgebaut, die am 8. Juni beginnt. Im Erdgeschoss wird momentan das Restaurant renoviert, das Anfang Juli neu eröffnet werden soll.

Ich bedanke mich bei allen Interessierten, die an diesem informativen Spaziergang durch den Westen teilgenommen und trotz des schlechten Wetters tapfer durchgehalten haben. Ebenso danke ich allen Beteiligten für die Beiträge und die Unterstützung bei der Organisation und Durchführung. Dass selbst bei schlechten Wetterbedingungen 50 Bürgerinnen und Bürger durch ihren Stadtteil spazieren und gemeinsam mit mir die aktuellen Entwicklungen begutachten, zeugt vom enormen Interesse an und dem Engagement für die Gesellschaft, in der wir leben. Formate wie den Stadtteilspaziergang, die zum Mitmachen (oder -laufen) anregen, werde ich daher definitiv beibehalten und Sie auch in Zukunft dazu einladen.

Unter folgendem Link finden Sie einen Artikel aus der Stuttgarter Zeitung.

Abschließend finden Sie hier eine kleine Bildergalerie vom Spaziergang:

Verwandte Artikel