Wie geht es unserer Gastronomie eine Woche nach der Teilöffnung? Ein Spaziergang durch Stuttgart Mitte.

Mein Spaziergang durch die Gastronomielandschaft von Stuttgart-Mitte brachte mich heute unter anderem zum vietnamesischen Restaurant Noodle1am Wilhelmsplatz, in die Bar „Marshall Matt“, zur „Weinstube Kachelofen“ und ins „Cafe Isla“.

Dabei konnte ich viele informative und intensive Gespräche mit deren Inhaberinnen und Inhabern führen.  Ich habe viel über die Situation vor Ort erfahren und konnte mir ein gutes Bild von den Herausforderungen machen, die die aktuelle Corona-Situation mit sich bringt – deshalb finde ich vor-Ort-Besuche in meinem Wahlkreis so wichtig.

Noch gar nicht wieder eröffnen durfte beispielsweise der Betreiber des ‚Marshall Matt‘, da er nur eine Schankkonzession besitzt. Ich habe absolut Verständnis dafür, dass es schwerfällt, einzusehen, warum er geschlossen halten muss, obwohl er problemlos sämtliche Mindestabstände und Hygieneregeln umsetzen könnte. Hier hoffe ich, dass wir bald dahin kommen, dass wir in die Frage der Öffnung stärker auch die Bewertung der Umsetzung des Infektions- und Gesundheitsschutzes im Einzelfall einbeziehen können.

Aber auch für Gastronomen die unter Auflagen bereits wieder öffnen dürfen, sind längst nicht alle Sorgen vom Tisch: Geschäftsleute und Touristen bleiben weg und nicht immer können sie sich mit den Vermietern auf eine Pachtminderung einigen. Fast alle baten über mehrere Wochen einen Take-away Service an, die vor allem Stammkunden nutzten. Diese Stammkunden besuchen nun auch wieder die Lokale. Allerdings wird vor allem in den Außenbereich bewirtschaftet. Die Innenräume sind häufig zu klein um unter Abstandsregeln eine größere Anzahl Gäste zu bewirten. Aber viele Gäste möchten aktuell auch nicht in den Innenräumen sitzen. Die Einnahmen reichen daher auch bei den Lokalen, die wieder geöffnet haben, um die Fixkosten zu decken. Gemeinsam wünschen sie sich  einen Abbau der Bürokratie und Großzügigkeit bei der Auslegung der Regelungen zur Außengastronomie. Denn nur so können sie den Mindestabstand zwischen den Gästen einhalten und genügend Gäste bewirten.

Aus meiner Sicht leistet die Gastronomie einen immens wichtigen Beitrag zur Belebung des öffentlichen Raumes. Daher haben wir mit der Landesregierung ein zweites Sofortprogramm mit 330 Millionen Euro für die Gastronomie und Hotellerie auf den Weg gebracht. Ich hoffe, dass wir bald dahin kommen, dass auch sämtliche Gastronomen, die die nötigen Mindestabstände und Hygienemaßnahmen gewährleisten können, auch wieder öffnen dürfen.

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